Joseph J. Jones - Tickets

Joseph J. Jones Tickets
25. September 2017 - 27. September 2017
Joseph J. Jones hat die Statur eines Boxers, die markanten Gesichtszüge eines Londoner Türstehers, das Herz eines Löwen und die Stimme eines Engels, der sich aus Langeweile aus dem Himmel geschlichen hat, um in der Hölle die schlimmsten Gestalten unter den Tisch zu trinken. Große Worte, aber die braucht es für diesen Newcomer und diese Ausnahmestimme voller Sehnsucht und rauer Härte, die man so noch nicht gehört hat.

In Josephs Heimat England entwickeln sich Songs wie „Gospel Truth“ und „Whisper To A Hurricane“ so langsam zu Hits – und die Kunde seines Bühnencharismas ist schon lange kein Flüstern mehr. Dabei war Joseph J. Jones kurz davor, die Musikerkarriere an den Nagel zu hängen – obwohl ihm die Musik förmlich im Blut lag. Sein Großvater war Jazzgitarrist bei der BBC und Joseph selbst entdecke in der 9. Klasse sein Talent, als er für den besten Kumpel einen Sinatra-Song nachsang und plötzlich die gesamte Klasse mit offenem Mund vor ihm stand. Mit 15 tingelte er dann durch die Pubs, spielte stundenlang Coversongs für Bier und Bares. Eine harte, aber gute Schule, wie er selbst sagt: „Ich wollte mein Handwerk lernen, und diese Auftritte haben mir dabei geholfen. Wenn man merkt, dass das Publikum nur aus einem Menschen besteht, der über seinem Bier eingeschlafen ist, kann es danach nur noch besser werden.“

Wurde es leider erst einmal nicht: Obwohl es Joseph J. Jones sogar gelang, als bekennender West-Ham-Fan einen Millwall-Pub auf seine Seite zu bringen – nervten ihn die blöden Songwünsche und das Desinteresse bei den Thekenhängern. Was dann geschah, klingt fast, wie ein Song von ihm: „Ich hatte keinen Bock mehr. Und dann kam plötzlich diese Frau auf der Straße zu mir und meinte, sie sei ein Medium und hätte meinen Großvater Fred bei sich. Ich so: Wie soll das gehen? Er ist seit zwölf Jahren tot.ʻ Er hatte mich nie Musik machen sehen. Ich war so kurz davor, alles aufzugeben. Und sie hat gesagt: Dein Großvater sagt, du sollst bitte nicht mit dem Musikmachen aufhören.ʻ“

Die Belohnung kam wenig später: Inzwischen ist er 25, hat einen Plattenvertrag beim renommierten Communion-Label und einen Haufen großartiger Songs. Diese stechen aus dem Einheitsbrei der Musikwelt heraus, weil sie soundtechnisch eben nicht der Glanzzeit des Souls nacheifern, sondern auch den Einsatz moderner Elemente wie Samples oder Stimmeffekte zulassen – wenn sie denn passen. Bei all dem wundert es nicht, dass sich die Branche schon zuraunt, sein Gig auf dem diesjährigen Reeperbahn Festival sei der „place to be“. Schön, dass man danach noch die Gelegenheit hat, ihn auch außerhalb Hamburgs auf einer kleinen Tour live zu sehen.
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