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Hamilton Leithauser
Hamilton Leithauser:
Die Entdeckung neuer „alter“ Welten

The Walkmen-Sänger mit neuem Projekt
Album „I Had a Dream That You Were Mine“ im Herbst erschienen
Exklusive Deutschland-Show am 30. Juni in Hamburg


In den beiden Musikern Hamilton Leithauser, bislang bekannt als Kopf der New Yorker Indie-Rockband The Walkmen, und Rostam Batmanglij, zuvor Multiinstrumentalist bei den ebenfalls aus New York stammenden Indie-Heroen Vampire Weekend, haben sich zwei kongeniale Köpfe zu einem neuen Projekt zusammengeschlossen. Auf ihrem Ende September erschienenen Debütalbum „I Had a Dream That You Were Mine“ finden die beiden Musiker, die ihre Songs parallel komponierten und gleichzeitig aufnahmen, eine einzigartige Balance aus den musikalischen US-Traditionen der 1950er-Jahre und einem postmodernen Gefühl für elektronische Klänge. Vollkommen bezugsoffen und ohne jede natürliche Grenze werden auf diesem außergewöhnlichen Werk die unterschiedlichsten Stile miteinander kombiniert und zu einer neuen Grandezza geführt. Was im Studio bereits hervorragend funktionierte, entwickelt im Konzert noch einmal eine ganz besondere Magie, wie auch das bislang einzige, restlos ausverkaufte Deutschland-Konzert in Berlin Anfang März bewies. Ein weiteres Mal davon überzeugen kann sich der deutsche Hörer im Rahmen einer exklusiven Show am 30. Juni in Hamburg.

Hamilton Leithauser ist dem geneigten Indie-Hörer bereits seit der Jahrtausendwende ein fester Begriff: Nach einer kurzen Phase als Frontmann der Band The Recoys verbrachte er zwölf Jahre an der Spitze der Independent-Schöngeister The Walkmen. Sechs Alben entstanden in dieser Zeit, mehrere davon schafften es in die Top 30 der US-Billboard Charts, und auch in England blicken The Walkmen auf eine treue Fanbasis. Nicht ganz so lang, aber ebenso erfolgreich arbeitete Rostam Batmanglij, als Künstler und Multi-Instrumentalist schlicht Rostam genannt, mit den New Yorker Indie-Durchstartern Vampire Weekend, die zwischen 2008 und 2013 drei Alben mit großem Erfolg veröffentlichten; die letzten beiden, „Contra“ (2010) und „Modern Vampires of the City“ (2013) stiegen sogar bis an die Spitze der US-Charts sowie bis auf Platz 3 in England. Und doch zog es beide Künstler weiter, zu neuen Ufern und Ausdrucksformen.

Rostam war schon immer ein Fan von The Walkmen und insbesondere Hamilton Leithausers Gesang, und so war eine Zusammenarbeit für die beiden nach ihrem jeweiligen Ausstieg aus ihren angestammten Bands naheliegend. „Dies ist die Platte, die ich seit mindestens einer Dekade machen wollte“, sagte Rostam im Vorfeld zu ihrer gemeinsamen Veröffentlichung. „Als Fan von Hamiltons Stimme bei The Walkmen wollte ich sie festhalten, wie sie bisher nicht festgehalten wurde.“ Und Leithauser ergänzt: „Rostams Vorgehen als One-Man-Band ist so grundlegend anders im Vergleich zu der Art, wie ich immer Songs geschrieben habe, es ist wirklich beeindruckend. Wir hatten keine Ahnung, welche Art von Musik wir machen würden, aber am Ende haben sich die Dinge einfach ergeben. Wir haben gleichzeitig geschrieben und aufgenommen. Es war schon absolut inspirierend, einfach nur dabei zu sein.“

Das Ergebnis dieser hochkreativen Verbindung findet sich nun in dem gemeinsamen Album „I Had a Dream That You Were Mine“: Vom Doo Wop bis zur Country Pedal-Steel-Gitarre, von einer Piano- und Orgel-Alchemie bis zu Leonard Cohen-artigen, spanischen Triolen macht sich ihre gemeinsame Unternehmung die musikalischen Stile der 1950er Jahre zunutze – und belässt sie dennoch nicht in diesem puren Retro-Charme. Stattdessen werden sie angereichert und verschmolzen mit den analogen Synthesizer-Sounds der 80er, einem ultramodernen Subbass, wie man ihn eher aus der elektronischen Musik kennt, sowie einem intimen Falsett, das Hamilton Leithausers Stimme in einer ganz neuen Weise präsentiert. Das Ergebnis ist ein – selbst für die Akteure – vollkommen unerwarteter und innovativer Stil, der dem Hörer eine Klangästhetik bietet, wie er sie noch nie zuvor gehört hat.
Shout Out Louds
Neues Label, neue Single, neues Album und jede Menge Live-Dates. Mit „Oh Oh“ feiert eine der großartigsten schwedischen Indie-Popbands aller Zeiten am 21. April (hierzulande) ihren Einstand bei Sony Music: Shout Out Louds. Es ist der erste neue Song der Band seit vier Jahren und stammt aus dem kommenden, fünften Shout Out Louds-Album, das noch 2017 erscheinen wird. Mit dem neuen Material kehren die Stockholmer zu ihren musikalischen Wurzeln zurück: warmer, melancholischer Indie-Pop/Rock.

„‘Oh Oh‘ war eine Art Trigger für dieses Album“, erklärt die Band. „Als der Song fertig war, spürten wir, dass wir uns auf die Energie und das Gefühl fokussieren konnten und sollten. Wir wollten zu unseren Wurzeln zurückkehren, zu unserem Zusammenhalt und unserer Art von Handwerk. Wir erinnerten uns daran, dass wir eine Band sind, die sich gegenseitig mag und sehr gern zusammen spielt. Der Rest ist uns ziemlich unwichtig.“

Das bislang letzte Album der Band, „Optica” erschien 2013 und konnte sich – wie bereits der Vorgänger „Work“ 2010 – in den Offiziellen Deutschen Albumcharts platzieren. Die Bandpause nutzten die Musiker u.a. zur Familiengründung und für die Verwirklichung diverser Solo- und Nebenprojekte. Sänger Adam Olenius veröffentlichte einen Solo-EP, Keyboarderin/Sängerin Bebban Stenborg ein Album mit ihrer Band Astropol und Bassist Ted Malmros nahm Musik mit seinem Duo A Nighthawk auf. Irgendwann kam dann allerdings der Zeitpunkt, die Shout Out Louds erneut zu kickstarten.

Der Großteil des neuen Albums wurde in einem kleinen Kellerstudio in Stockholm mit Produzent Fredrik Swahn aufgenommen. Er ist Mitglied der Band The Amazing und arbeitete jüngst mit der französischen Künstlerin Melody‘s Echo Chamber. „Die Arbeit mit Fredrik gab uns großartige Energie und machte uns als Band besser“, so die Shout Out Louds. „Er brachte es sogar fertig, dass wir jetzt bessere Freunde sind als vorher, keine Ahnung, wie das überhaupt noch möglich war. Wir hatten großen Spaß und kehrten gleichzeitig zu dem Kern unseres Schaffens zurück. In ‚Oh Oh‘ geht darum, dieses Gefühl zu erhalten: nie deinen Traum aus den Augen zu verlieren.“

Nach der Beendigung der Album-Aufnahmen stehen für die Shout Out Louds einige Festivalauftritte auf dem Programm – im Oktober folgt dann eine komplette Deutschlandtour.