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LP
Es existieren viele Wege in die Profimusik sowie unter die Top-Positionen der internationalen Charts. Die Sängerin und Songwriterin Laura Pergolizzi, eine Amerikanerin mit italienischen Wurzeln, die sich als Künstlerin schlicht LP nennt, wählte indes einen selbst für heutige Verhältnisse eher unüblichen. Denn streng genommen lässt sich ihr bisheriger künstlerischer Pfad, der bereits 2001 begann und erst jetzt zu voller Blüte erwächst, in drei Abschnitte einteilen. Da war zunächst ihr Versuch, im Alleingang und ohne ein potentes Label im Rücken den Weg in die Öffentlichkeit zu finden, gefolgt von vielen Jahren als Ghost-Writerin für andere Künstler, sowie, seit 2014, nun der kontinuierlich wachsende Erfolg als international gefeierte Solomusikerin. Selbst wer sich mit der Independent-Kultur der US-amerikanischen Musikszene nicht sonderlich gut auskennt, dürfte in jüngerer Vergangenheit auf LP einmal gestoßen sein. Ausgelöst durch ihre erste weltweit nachhaltig erfolgreiche Single „Lost On You“, die 2015 etwa in Belgien, Frankreich, Griechenland und Polen bis an die Spitze der Charts stieg, in Österreich, der Schweiz und Italien bis in die Top 5 kletterte und in vielen weiteren Ländern, darunter auch in Deutschland, ebenfalls unter den Top 40 notierte. Ihr im vergangenen Dezember veröffentlichtes, viertes Studioalbum „Lost On You“ folgte diesem Weg und bescherte LP eine längst überfällige internationale Anerkennung. Denn eines ist an LPs Musik und Wirken absolut außergewöhnlich: Die Tochter einer Opernsängerin – mithin vertraut auch mit den opulentesten vokalistischen Tönen und Gesten – ist kaum zu kategorisieren. In ihrem Sound findet man den Folk, Country und Singer-/Songwriter der Siebzigerjahre ebenso wie ein modernes Gefühl für Pop-Tunes und sogar dezente Anleihen an die elektronische Musik; gleichzeitig folgt ihr Songwriting häufig eher den Merkmalen der modernen Urban Music. Was zunächst widersprüchlich klingt, verbindet sich in ihrer Musik und ihren Songs jedoch auf traumwandlerische Weise.Welche ausgeprägten Talente sie in der Verschmelzung all dieser unterschiedlichen Einflüsse besitzt, kam allerdings erst zum Vorschein, nachdem sie ihre ersten Unternehmungen als Solokünstlerin hintenan und ihre kompositorischen Qualitäten in den Dienst anderer Musiker stellte. Zu dem Zeitpunkt, also vor gut einem Jahrzehnt, hatte LP bereits zwei Soloalben veröffentlicht, bis dahin massiv gefördert (und auch produziert) durch David Lowery, den Kopf der Band Cracker, sowie, beim zweiten Album, durch die ehemalige 4 Non Blondes-Frontfrau Linda Perry. Nachdem diese beiden Alben - „Heart-Shaped Scar“ (2001) und „Suburban Sprawl & Alcohol“ (2004) – zwar von der Kritik gelobt, am Markt aber kommerziell ziemlich untergegangen waren, konzentrierte sich LP für viele Jahre zunächst darauf, ihre Songwriting-Skills zu verfeinern, indem sie als Ghostwriterin für andere Künstler tätig wurde. So schrieb sie neben vielen Album-Beiträgen für eher MOR-Rock-orientierte Künstler wie Heidi Montag, Cathy Dennos und Erik Hassle auch so manchen Hit für wahre Mainstream-Helden; darunter „Love Will Keep You Up Tonight“, das sich auf dem Comeback-Album der Backstreet Boys befindet, den Hit „Cheers (Drink To That)“ für Rihanna oder mit „Beautiful People“ den zentralen Song für den Soundtrack zum Film „Burlesque“, performt von Christina Aguilera. Diese Erfolge „hinter dem Vorhang“ brachten ihr letztlich ein Engagement für die US-Version von „The Voice“ ein, wo sie exklusiv den späteren Finalisten Vicci Martinez betreute und ihm den Hit „Afraid To Sleep“ auf den Leib schneiderte. Erst 2013 nahm sie, nun frisch ausgestattet mit einem Majorlabel-Vertrag, ihre eigene Karriere als Sängerin wieder auf; gemeinsam mit vielen befreundeten Musikern sowie dem überraschenden Produzenten Rob Cavallo – sonst eher ein Fachmann für harten Rock und Punk – nahm sie das Album „Forever For Now“ auf, das ihr 2014 erstmals auch den Einstieg in die US-Billboard Charts ermöglichte. Im vergangenen Dezember folgte nun mit „Lost On You“ das erste international gefeierte Werk, das vor allem eines beweist: Die rund 15-jährige Anlaufzeit zur weltweit geachteten Solo-Performerin haben der Qualität, Tiefe und Eigenständigkeit von LPs Musik sehr gut getan. Ob R'n'B, Pop, Electro-Beats, Indie oder alter Folk im Geiste Van Morrisons und Jeff Buckleys: LP vereinnahmt all diese Elemente und macht sie zu ihren eigenen, als sei es das Selbstverständlichste der Welt.
Shantel & Bucovina Club Orkestar: Shantology - 30 Years Of Club Guerilla
Shantel hat seine einzigartige Karriere in den 80ern gestartet. 80er? Da war doch was? Diese Musik, die gerne auf Themenpartys verhandelt wird... Nein, ganz anders! Die 80er sind hier die Chiffre für das, was alles zu diesem Zeitpunkt möglich war. Punk hatte den Mief des immer inhaltsleereren Glamrock und seine Stereotypen weggefegt und die Köpfe freigemacht. In den frühen 80ern hielt diese frische Brise noch an, bevor es mit dem kommerziellen Ausverkauf der DIY-Ideale sich wieder schloss, der Pop synthetisch wurde und die MTV-Culture übernahm. Einer, der das Spiel schon damals nicht mitmachen wollte, war ebenjener Shantel. Aktiv im Untergrund des Bauchnabels Deutschlands, Frankfurt am Main, betrieb er dort im heute ultra-hippen Bahnhofsviertel einen illegalen Underground-Club, in dem musikalisch alles möglich war und heftig experimentiert wurde. Hier traf sich eine international bunt gemischte Szene aus Kunststudenten, Bohemiens, Langzeitakademikern, jungen Musikern, Immigranten, Schwulen und Lesben und gestrandete Freaks aus aller Herren Länder. Im 3. Stock eines Gründerzeithauses gelegen, zog der Club mit seinem eklektische Ansatz Massen von ebenso abenteuerlustigen Nachtschwärmern und Clubgängern an wie das Licht die Motten. Der Andrang war so groß, dass die Schlange der Wartenden oft bis zum nächsten Häuserblock reichte. Und das, obwohl das Bahnhofsviertel auf Platz eins der deutschen Kriminalitätsstatistik lag. Shantels Devise war: „Vorwärts in alle Richtungen, lasst uns experimentieren und demonstrieren.“ Eine Demo gab es in der Demo- Hauptstadt Deutschlands jeden Samstag. Sounds des Widerstandes und der Vielfalt schallten aus den Lautsprecherwagen: Roots-, Dub-Reggae und Arab-Pop.

Dub-Reggae, ein Musikstil, der Shantel sehr beeinflussen sollte, brasilianische Musik, Oriental- und Arab-Pop ebenso. Aber wollen wir hier Stil-Erbsen zählen? Wichtig ist doch viel mehr das, was sich für Shantel aus der Rezeption verschiedenster musikalischer Genres ergab. Er realisierte, dass wann immer ein neuer Stil seine Nase zeigte, er früher oder später statisch wurde und damit langweilig. Man nehme nur das Beispiel Techno – kaum einer weiß heute, dass Frankfurt am Main die Geburtsstube dessen deutscher Ausformung war. Aber auch Techno war nur bedingt Shantels Ding. Also selber machen, was Neues anfangen, wieder und wieder und wieder. Ab 1986 sahen wir Shantel mit einem griechisch-türkischen Underground-Projekt auf der Bühne. Sie spielten für die griechisch-türkischen Communities in ganz Deutschland den damals schwer angesagten griechischen Outlaw-Blues Rembetiko, und Shantel lieferte die Beats dazu. In seinem Bahnhofsviertel-Club Lissania Essay drehte Shantel die Turntables und mixte Rhythmen sowie Soundfetzen aus dem Sampler dazu. Nordafrika, Brasilien, Jamaika, Elektrobeats, Trip Hop und Jazz in the mix. Ein Song, eine Struktur, ein Rhythmus erreichte die Tanzenden so intensiv, dass ihre Arme hochgingen und die Kehlen Glücksgeheul ausstießen – das war der Ansporn, diesen Moment zu verlängern und das Spaceship Lissania zum Abheben zu bringen. Und bis heute ist es nicht gelandet, denn bis zum heutigen Tag gibt es nicht ein Konzert, nicht eine DJ-Session, die nicht von dem Gefühl befeuert waren, alles zu geben, mit dem Publikum zu verschmelzen und Glückseligkeit in die Gesichter zu zaubern. Kaum einer versteht den Dancefloor besser und findet intuitiv immer die richtige Antwort als Shantel – egal ob mit seinem Bucovina Club Orkestar oder ganz alleine als DJ.

Das Lissania und später der Bucovina Club waren einige der sehr raren Gelegenheiten, bei denen sich unterschiedliche Szenen und Altersgruppen trafen. Sie verband eines: Sie waren neugierig und bereit, sich unerhörten Klängen hinzugeben. Und Shantel war es wichtig, neue Ideen, Verrücktes, Unbekanntes via Musik in diese verkrustete Stadt zu tragen: Ideen, Visionen, die ganz woanders herkamen - Paris, Thessaloniki, Tel Aviv, Istanbul. Kurz gesagt Shantel und die Szene, die sich um ihn formierte, war kosmopolitisch und am Austausch interessiert. Er war als einer der deutschen Pioniere des sogenannten Freestyle-Clubbing bald weltweit gefragt, spielte an der Seite von MC Solaar, Kruder & Dorfmeister, Gilles Peterson, Massive Attack, Björk und Howie B. Doch war ihm das genug? Er stellte irgendwann fest, dass auch diese Szene dabei war, sich zu verkrusten bzw. leerzulaufen. Auf einer K7-Labelnacht im New Yorker Limelight Club ließ er frenetische Blechmusik südosteuropäischer Hochzeiten aus den Boxen knallen, was auf dem Tanzboden zu Verwirrung führte. Shantel wäre nicht Shantel, wenn er nicht versucht hätte, diese Situation zu retten und - die Platte noch einmal von vorne zu spielen. Langsam sahen die Partygänger ein, dass sie keine andere Kost serviert bekämen und ließen sich treiben. Schlussendlich: Stampede auf der Tanzfläche.

Shantel entschied sich, auf eine große Reise in seine eigene Familiengeschichte zu gehen, die ihn in die Bucovina, Grenzland zwischen Ukraine und Rumänien brachte. Dort fand er die Musik, die tief in seiner eigenen DNA schlummerte und begann mit ihr zu experimentieren, ging mit den Großen des Genre ins Studio, um seine Vision von einem zeitgenössischen paneuropäischen Sound zu kreieren. Das Schauspiel Frankfurt gab diesem neuen Sound, der sich wie ein Lauffeuer um die ganze Welt verbreitete, eine Bühne. Dass gerade Frankfurt den perfekten Spielboden für seinen Bucovina Club abgab, ist sicher kein Wunder, denn der Hotspot am Main war und ist seit vielen Jahrzehnten die multinationale Metropole der Republik. Interkulturelles Leben und Arbeiten ist hier mit allen Brüchen, Verwerfungen und Schwierigkeiten längst zum prägenden Aspekt des Alltags geworden. Aber auch hier und jetzt bleibt Shantel nicht stehen und räumt mit dem großen Missverständnis auf, er sei der „König des Balkan- Pop“ und er wolle es gar sein, was er in einem Interview mit der BBC anlässlich der Verleihung des BBC-Worldmusic-Awards klarstellte: „Ich habe mit dieser Balkanmusik und diesem Hype eigentlich nichts am Hut. Mir ging es um meine Selbstverwirklichung als Musiker, als Künstler. Deshalb interessieren mich viele Sounds, nicht nur der des Balkans.“

Mit diesem kreativen Ansatz ist Shantel das hörbare Gesicht eines anderen Deutschlands, ist er doch der erste, der der hiesigen Popkultur einen kosmopolitischen Sound einimpfte. Bei ihm ist Migration hör- und tanzbar. Musikalische Preziosen aus Südosteuropa, dem nahen Osten oder vom Mittelmeer erscheinen in einem neuen, vielschichtigen Kontext, damit wird auch die Kultur, aus der sie entstammen, intuitiv erfahrbar. Seine Methode ist kulturelles Mixing und Sampling: Dinge aus dem Zusammenhang reißen und in einen neuen überführen. Clubkultur als Konzept, das sich permanent weiterentwickelt und nicht als Museum, in dem das ewig Gleiche repetiert wird – wie in Berlin, wo tausende von Touristen vor dem Berghain warten, um das Vorhersehbare erleben zu dürfen.

Nun schlägt Shantel mit 30 Jahre Club Guerilla ein neues Kapitel seiner never ending Tour unter dem Motto „Shantology // 30 Years of Club Guerilla“ auf. Zum Fest (06.10.2017) erscheint eine aufwändige 4-LP-, 2-CD-Box mit opulentem Begleitbuch mit Texten und Bildern, die Shantels Weg nachzeichnen. Die Alben werden voll mit unveröffentlichtem, neu aufgenommenem und bestens abgehangenem Material sein, das eindrücklich die zeitlose Hit-Qualität seiner Musik herausarbeitet. Rückschau – eher nicht, rückblickende Vorausschau – schon eher. Der Disko Partizane liebt es spannend und bleibt für Überraschungen gut.
Dinosaur Jr.: get a glimpse of what yer not - Tour 2017
Im Sommer 2017 wieder live in Deutschland!
Ok, die Anzeichen dafür, dass es ein neues und ausgesprochen famoses Dinosaur Jr. Album geben wird, waren durchaus sichtbarer Natur. So spielten Dinosaur Jr. im Jahr 2015 eine großartige Live-Show nach der anderen, nur um das 30-jährige Jubiläum ihrer gleichnamigen Debüt-Lp zu feiern.

Kuriosität am Rande: Mit dem Release von "Give A Glimpse Of What Yer Not" hat dieses im Jahr 2005 wiedergeborene Trio mehr Alben im 21. Jahrhundert veröffentlicht als im 20. Jahrhundert. Hat man fast vergessen, ist aber so: Das originale Line-Up der Band (J Mascis, Lou Barlow & Murph) hat in ihrer Anfangszeit in den 80ern nur drei Full-Length Alben aufgenommen. Und sich dann getrennt. Und sich 2005 wiedervereinigt. Und entgegen allen Unkenrufen sind sie seither zusammen geblieben. Elf Jahre! Ok, mit ein paar Unterbrechungen. Geschenkt.

Denn wichtig ist heute. Mit „Give A Glimpse Of What Yer Not“ erschien am 5. August 2016 ein neues Dinosaur Jr. Album via Jagjaguwar/Cargo Recods!

Die Songs auf „Give A Glimpse Of What Yer Not“ wurden wieder in Bisquiteen Studio in Amherst aufgenommen. J Mascis Ohren zum Bluten bringende, psychedelische Gitarren machen den Sound riesig und dröhnend, während Murphs Drums stampfen, wie Fred Feuersteins Füße, und Lous Bass zwischen progressiven Melodien und Post-Core Anstößen hin und her torkelt.

Mit all dem Wahnsinn, der die Erde in diesen Zeiten belauert, ist es schön etwas zu haben, auf das Verlass ist. Wer hätte gedacht, dass es ausgerechnet Dinosaur Jr. Sein wird.

Plini
PLINI
Handmade Cities UK/European Tour 2017


Erste Headline Tournee des australischen Progressive Rockers
Konzerte im März 2017 in Hamburg, Berlin, München und Köln bestätigt
Debüt-Album „Handmade Cities“ weiter im Handel


Erstmals seit seinem letzten Auftritt im Hamburger Knust im August 2016 wird Plini wieder nach Deutschland kommen. Der australische Progressive Rocker aus Sydney hat vier Konzerte im März 2017 bestätigt, um sein am 26. August 2016 erschienenes Debüt-Album „Handmade Cities“ als Headliner live vorzustellen. Mit seinen Mitmusikern tritt der 24-Jährige in folgenden Städten auf: in Hamburg am 22. März 2017 im Hafenklang, in Berlin am 23. März 2017 im Musik & Frieden, in München am 29. März 2017 im Backstage Club und in Köln am 30. März 2017 im Underground. Mit an Bord sind ebenfalls seine großartigen Kollegen von Disperse aus Polen und sein serbischer Partner David Maxim Micic, die den Abend zu einem Pflichttermin für Fans des Progressive Rock machen werden.

2016 war alles andere als ein ruhiges Jahr für den australischen Progessive Rocker: Ausverkaufte Headline Shows in seiner Heimat wechselten sich ab mit Support-Touren für Animals As Leaders und Intervals, die Plini sowohl nach Europa als auch nach Nordamerika führten, wo er in Clubs und auf Festivals sein nicht nur von der Kritik hochgelobtes Debüt-Album “Handmade Cities” vorstellte. Auch Gitarren-Legende Steve Vai schwärmt von dem Album in den höchsten Tönen: Was „die Tiefe von Melodien, Rhythmus und Harmonien“ anginge, sei „dieses instrumentale Rock/Metal-Gitarrenwerk eines der feinsten und vorwärts denkenden“, das er je gehört habe. Mit diesem Meisterwerk kehrt Plini im März 2017 endlich auch nach Europa zurück, wo er erstmals als Headliner auftreten wird. Unterstützt wird Plini dabei von jungen, vielversprechenden australischen Musikern, wie Drummer Troy Wright und Mitgliedern von The Helix Nebula.
Aber auch beide Support-Bands gehören zum Besten, was der internationale Progressive Rock derzeit zu bieten hat: Disperse aus dem polnischen Przeworsk sind nicht nur an ihren Instrumenten ausgewiesene Fachkräfte, sie beherrschen auch das Songwriting perfekt, in diesem Metier eine sicher seltene Ausnahme. Zu hören übrigens auf ihrem dritten Album „Foreword”, das am 24. Februar 2017 über Seasons Of Mist erscheinen wird. Disperse schaffen es tatsächlich Komplexität einfach erscheinen zu lassen, indem sie ihren synkopischen Breaks eine unglaubliche Leichtigkeit zufügen.
Der Serbe David Maxim Micic dürfte Szenekennern ebenfalls kein Unbekannter sein, denn mit seinen bisherigen EPs unter dem Pseudonym „Bilo“ als auch mit seiner Band Destiny Potato hat er sich unter Progressive-Fans einen Namen gemacht. Auf dieser Tour wird er zum ersten Mal sein Solomaterial aufführen, die makellose Mischung aus modernem Progressive Metal und experimentellem, elektronischem und orchestralem Folk wird die Herzen der Fans im Sturm erobern.

Vor jeder Show besteht übrigens die Möglichkeit, eine Fragestunde mit Plini zu besuchen. Hier beantwortet der Künstler bereitwillig alle von den jeweiligen Besuchern gewünschten Fragen zu Kompositions- und Gitarrentechniken, Tourabläufen oder Karriereplanung eines unabhängigen Musikers.
Lupid: Sag meinen Namen Tour
LUPID

„Wir haben uns stumm geschwiegen, wir haben uns taub geredet/ Wurden wie Unbekannte, die sich jeden Tag begegnen.“

Stumm geschwiegen. Taub geredet. Unbekannte, die sich jeden Tag begegnen. Man weiß, was gemeint ist. Man kennt solche Gefühle aus verkorksten Beziehungen, in denen wir alle schon einmal steckten. Aber so treffend in einem Popsong auf den Punkt gebracht, hört man das in deutscher Sprache nur sehr selten. Bei LUPID sind solche Momente die Regel.

Das Stück „Sag meinen Namen“ wird auf der ersten EP der Band zu hören sein. (VÖ: 14.10 bei Airforce1/Universal). Im Refrain singt Sänger und Songwriter Tobias Hundt: „Sag meinen Namen noch einmal bevor du gehst/ Ich will nur sicher sein, dass du ihn nicht vergisst/ Sag meinen Namen noch einmal so laut es geht/ Ich will Geschichte in deinem Leben bleiben/ Ich will, dass du vermisst.“ Es gibt tausende Lieder über das Ende einer Liebe. „Sag meinen Namen“ ist anders: eine trotzige Hymne mit stolzem Rhythmus, dichtem Synthie-Teppich, perfekt sitzenden 80s-Gitarren und einem sehnsüchtigen Chor. Man merkt an dieser Stelle schon: LUPID gehen eigene Wege. Und das kommt nicht von ungefähr.

Drei Platten hatte Tobias Hundt bereits unter eigenem Namen aufgenommen, dann verließen zwei Gründungsmitglieder seine Gruppe. „Wir drei, die übrig blieben, wussten nicht, wie wir weitermachen sollten. Und wir stellen uns die Frage, ob es nicht das Vernünftigste wäre, uns wieder normalen Jobs zu widmen.“ Es ist dieser Moment, wenn sich alles entscheidet: weitermachen, ja oder nein? Und wann ja, dann wie?

Tobias (29 Jahre alt, Singer/Songwriter), Patrick (27, Bass, Keyboards) und Markus (29, Schlagzeug) kennen sich schon seit der gemeinsamen Schulzeit aus Gießen. Tobias holte Patrick und Markus für sein Soloprojekt in die Liveband. Noch immer sind die drei in der Region zu Hause und auch ihr Studio steht in Gießen. Die Atmosphäre war also vertraut, als die drei dort ihre Köpfe zusammensteckten und über die Zukunft nachdachten. Ein ehrlicher Austausch – dann war klar: „Wir machen weiter – und setzen alles auf eine Karte.“ Nicht Tobias Hundt 2.0. „Sondern eine komplett neue Band, ganz nach unseren eigenen Vorstellungen.“

Für LUPID begann eine extrem intensive Phase, um den neuen Bandsound zu definieren. Die drei Musiker tauschten sich mit ihrem Produzenten Thomas Eifert aus: Was lieben wir an Musik? Wann geht uns das Herz auf? „Wir drei stehen auf den Mix aus Beats und Synthies mit organischen Instrumenten“, sagt Tobias Hundt. Man darf sich den Sessionraum von LUPID wie ein Labor vorstellen, die drei Musiker sind die Forscher: Wie weit dürfen wir gehen, wie viel Elektronik tut den Songs gut? Immer weiter drehten sie das Rad. „Bis zu dem Moment, als wir uns anschauten und sagten: Das ist es. Das ist der Sound von LUPID.“

Da ist die elektronische Seite – digital und trotzdem einfühlsam und sehnsuchtsvoll. Und sie steht immer im Gleichgewicht zu den organischen Elementen, zur zugleich kraftvollen und leicht gebrochenen Stimme von Tobias Hundt, zum Klavier und zu den sparsam eingesetzten, aber wunderbar einprägsamen Gitarren.

Nehmen wir „Was soll schon passieren“ von der kommenden EP. Das House-Klavier treibt den Song an, Tobias Hundt singt: „Wir stehen immer noch, Gefühle kommen und fliehn’/ Sind über Wasser gelaufen um nicht unterzugehen/ Haben Berge versetzt oder’nen Umweg genommen/ Nicht jeder war nötig, aber keiner umsonst.“ Man merkt schon: Dieses Lied schreitet voran. Im ersten Refrain lernen wir die großartige Melodie kennen. Im zweiten führt das House-Piano dann einen Four-to-the-Floor-Beat ein, der aber nicht stampft, sondern federt.

Besonders eindrucksvoll ist „Der Trick ist zu atmen“: Das Stück hat Tobias Hundt zusammen mit der Berliner Songwriterin Jasmin Shakeri (u.a. Co-Autorin für Andreas Bourani) geschrieben. „Wir haben uns überlegt, was man einem Menschen sagen kann, der wirklich am Boden ist. Meist ist die Wahrheit nicht hilfreich, meist ist das Richtige genau das Falsche. Dann fiel mir eine Zeile ein, auf die mich Songwriterkollege Nicholas Müller gebracht hat – ein Zitat von Gimmli, dem Zwerg aus ,Der Hobbit’: ,Atmen, das ist der Trick.’ Wenn wirklich nichts mehr geht, hilft nur noch eines – atmen.“ Das Stück ist ein atmosphärischer Höhepunkt der EP, die eher wie ein kurzes Album funktioniert: Ein großartiger Einblick in den faszinierenden LUPID-Kosmos, in dem Sounds und Stimmungen so unvergleichlich gut zusammengehen. Der Band gelingt ist, auf wundervoll elegante Art viele Elemente zu einer Einheit zu formen. Wir hören immer den einzigartigen Sound von LUPID. Und das ist genau das, was wir im nahenden Herbst brauchen.
Damian Lynn
Es kann endlich losgehen! Ja, eigentlich ist es höchste Zeit, dass die Musik dieses jungen Mannes einem noch größeren Publikum zugänglich wird. Gestatten: Damian Lynn, 25 und Singer-Songwriter aus Luzern. Man könnte Damian zwar als Newcomer bezeichnen, er ist aber schon lange kein unbeschriebenes Blatt mehr. Über 250 Shows hat er alleine in den letzten beiden Jahren gespielt und sich so Schritt für Schritt die Aufmerksamkeit erspielt, die die Musik dieses jungen Künstlers verdient hat.

Live spielen, live spielen, live spielen (oder "slow but steady wins the race").
Die Liebe zur Musik und das Talent von Damian Lynn zeigten sich schon als kleiner Junge - mit gerade mal neun Jahren, als er an einem Abschlusskonzert erstmals als Solist vor einem größeren Publikum stand und dieses mit Songs von The Bangles und Mike & The Mechanics begeisterte. Nach Erfahrungen in verschiedenen Bands, nahm er seine Karriere selbst in die Hand. Damian Lynn begann seine eigenen Songs zu schreiben und einzusingen, stellte Clips von Live-Performances auf YouTube und ergatterte sich so erste Auftritte. Seine Fangemeinde hat sich der junge Luzerner auf seinen Konzerten Schritt für Schritt erspielt und sich so in der Szene langsam aber sicher einen Namen gemacht. Diese Ausdauer wurde dieses Jahr unter anderem mit einem Swiss Music Award als "Best Talent" belohnt. Neben vielen Einladungen von Schweizer Musikgrößen (Bligg, Büne Huber, Pegasus) auf deren Tourneen, wurde mit der Support-Tour von Stefanie Heinzmann ein weiterer wichtiger Schritt gemacht: Erstmals war Damian Lynn auch in Deutschland zu sehen. Die CD-Verkäufe bei den Shows als Support von Stefanie Heinzmann belegen: Damian Lynn gewinnt auch in Deutschland viele neue Fans dank seinen Live-Auftritten. 600 Alben hat er alleine an den 13 Daten quer durch Deutschland abgesetzt. Und dies wohlgemerkt in einer Zeit, in der die CD nicht mehr der Tonträger der ersten Stunde ist.
Gerade eben wiederholt er dies und tingelt als Vorgruppe von Laith Al Deen quer durch Deutschland: 17 Tourstops im Oktober 2016. Dabei darf er schon mal verkünden, dass er im April 2017 seine erste Headliner Tour durch Deutschland machen wird!
Marcel Brell: Sprechendes Tier Live
Marcel Brell - 2017 mit neuem Album auf Tour!

Aller guten Dinge sind Zwei! Mit seinem zweiten Album „Sprechendes Tier“ legt Marcel Brell ordentlich eins drauf: Seine neuen Songs sind lauter, emotionaler und bunter.
Live rangiert Brell souverän zwischen unerhörter Intimität und ekstatischem Publikumschor, wodurch gerade seine Konzerte zu Erlebnissen werden, die nachschwingen. Im März 2017 sind Marcel Brell und seine Band mit den neuen Songs auf großer Tour durch Deutschland, Österreich und die Schweiz.

2015 erhielt Marcel Brell mit dem Fred-Jay-Preis den wichtigsten deutschen Textdichter-Preis, den schon Größen wie Die Fantastischen Vier, Rio Reiser und Clueso entgegen nahmen. Zeitgleich folgte die Nominierung für den Deutschen Musikautorenpreis in der Kategorie Nachwuchs, das Goethe-Institut schickte ihn als „Botschafter der deutschen Sprache“ ins Ausland.
Dass so was die Ansprüche an ihn hochtreibt, liegt auf der Hand. Einer wie Marcel erfüllt sie souverän. Was bei seinem Debut-Album noch schwarzweiß war, wird nun bunt. „Sprechendes Tier“ taucht jeden Song in einen eigenen Farbeimer und überrascht mit einer musikalischen Vielfalt und Finesse, die die konsequente und mutige Weiterentwicklung seines ersten Albums darstellt. Dabei ist der Fokus immer auf den Texten, die auf ungehörte Weise Tiefe und Wortwitz verheiraten. Seine neuen Lieder hat Brell bei zahllosen Konzerten auf die Probe gestellt. Abendfüllend mit seiner Band oder in prominenter Gesellschaft. So begleitete er als Vorprogramm die legendäre norwegische Kultband a-ha und war als Support von Suzanne Vega und der Alin Coen Band zu hören.

Brells Lieder sind wie Filme im Kopf. Zwischen Fakten und Fabulierlust verführt er uns kreuz und quer durch sein Universum, und wovon auch immer er uns erzählt, er lässt uns Raum für unsere eigenen Gedanken. Auch die Musik tut das – mal fragil und introvertiert, mal laut und aufpeitschend, immer transparent und vielschichtig. Herzblut durchzieht jeden Ton. Der Albumtitel „Sprechendes Tier“ steht dabei für den ständigen Kampf zwischen Intuition und Verstand. Auch wenn der Mensch sprechen, lesen und schreiben kann, ist sein Verhalten doch vom Animalischen und Impulsiven durchzogen.