Kabarett Tickets

Hagen Rether
Hagen Rether - LIEBE

Die Welt wird täglich ungerechter, das Geflecht aus politischen und wirtschaftlichen Abhängigkeiten immer dichter: Vor diesem Hintergrund lässt Hagen Rether Strippenzieher, Strohmänner und Sündenböcke aufziehen. Den so genannten gesellschaftlichen Konsens stellt er vom Kopf auf die Füße und die Systemfragen gleich im Paket: Von der Religions„freiheit“ über das Wirtschaftswachstum bis zur staatlichen „Lizenz zum Töten“ kommt alles auf den Tisch. Doch die Verantwortung tragen nicht „die Mächtigen“ allein – wir, ihre mehr oder weniger willigen Kollaborateure, müssen uns wohl am eigenen Schopf aus unserer Komfortzone ziehen, um nicht in den Abgrund zu stürzen, den wir gemeinsam geschaufelt haben.

Der wahrhaft unbequeme Kabarettist entlarvt so manchen Volkszorn samt seiner auf „Die da oben“ zielenden Empörungsrhetorik als Untertanentum – den Unwillen, unsere eigenen, fatalen Gewohnheiten zu überwinden. Kabarett verändert nichts? Rethers ebenso komisches wie schmerzhaftes, bis zu dreieinhalbstündiges Programm infiziert das Publikum mit gleich zwei gefährlichen Viren: der Unzufriedenheit mit einfachen Erklärungen und der Erkenntnis, dass wir alle die Kraft zur Veränderung haben.

LIEBE, so der seit Jahren konstante Titel des ständig mutierenden Programms, kommt darin nicht vor, zumindest nicht in Form von Herzen, die zueinander finden – und romantisch kommt allenfalls einmal die Musik des vielseitigen Pianisten daher. Was aber in seinem fulminanten Plädoyer für das Mitgefühl sichtbar wird, ist die Menschenliebe eines Kabarettisten, der an Aufklärung und an die Möglichkeit zur Umkehr noch am Abgrund glaubt.
Bernd Stelter: Wer heiratet teilt sich die Sorgen, die er vorher nicht hatte
Bernd Stelter

Auf Deutschlands Kabarett- und Comedy-Bühnen ist man sich ziemlich einig. Männer und Frauen passen nicht zusammen. Wir erfahren seit Jahren, warum Frauen nicht einparken können, warum Männer immer gleich danach einschlafen, und beim anderen Geschlecht ist es natürlich genau andersrum. Auf zahllosen Ü30-, Ü40 und Ü55-Parties genießen fröhlich hüpfende Ringlose ihre Freiheit. Die Zahl der Singles steigt scheinbar exponentiell mit der Anzahl der von Internet-Partner-Plattformen geschalteten Fernsehwerbespots. Und das sind eine Menge.

Der risiko- und verpflichtungsscheue Deutsche im 21. Jahrhundert wählt dann doch lieber die Lebensabschnittsgefährtin als das holde Eheweib. Gut, heiraten geht auch, es muss ja nicht so lange sein. Die Wissenschaft sieht eine Entwicklung von der Gruppenehe über die Mehrehe hin zur Einehe. Aber bei der heutigen Scheidungsrate geht diese Entwicklung scheinbar weiter, und die nächste Evolutionsstufe heißt "Mehrfachehe", also schon mehrere Ehepartner, aber eben nacheinander.

Bernd Stelter steht kurz vor der Silberhochzeit, ein im Unterhaltungsbusiness eher seltenes Fest. Und er macht sich so seine Gedanken über die Ehe. Wenn "verheiratet sein" bedeutet, dass man zumindest einmal mehr darüber nachdenkt, bevor man sich trennt, dann hat sich das teure Hochzeitsfest vielleicht schon gelohnt, meint er. Er ist halt gerne verheiratet, der alte Genießer-Spießer, und das glücklich, obwohl er auch immer gleich danach einschläft. Aber seine Frau kann sehr gut einparken. "Wer heiratet teilt sich die Sorgen, die er vorher nicht hatte!" Ist das nicht ein negativer Titel für ein positives Programm? "Nee, überhaupt nicht! Nur wer die Sorgen anderer teilt, wird ein glücklicher Mensch!" sagt Bernd Stelter und lächelt - glücklich.
Christian Chako Habekost - de Weeschwie'sch-MÄN
Christian CHAKO Habekost kehrt zurück als de Weeschwie’sch-MÄN
Premiere am 13. Oktober 2016 im Capitol Mannheim

(Mannheim, 30. Mai 2016). Er ist Kämpfer für die Sache des niveauvollen Humors. Er ist Prediger für den Hintersinn des Witzes. Er ist der unbestrittene Meister der Mundart und dialektischer Comedy-Guru. Mit seinem neuen Programm wird er zum rhetorischen Superhelden, der die Pointen hageln lässt und das Gebabbel zum Feuerwerk macht. Er ist nicht Superman, nicht Batman, nicht Spiderman. Christian CHAKO Habekost ist zurück als de Weeschwie’sch-MÄN!

Aus den brodelnden Weinkellern und gefüllten Dubbegläsern der sogenannten Pfälzer Provence hinaus auf die große Bühne der Weltpolitik in weniger als drei Schlucken Rieslingschorle und mit 1000 Worten pro Minute – das schafft nur Chako. Dabei bleibt er äußerlich seinem minimalistischen Stil treu – ein Mann, ein Stuhl, ein Tisch, ein Dubbeglas – mehr braucht er nicht. Auch formal bewegt er sich wieder auf vertrautem Terrain weinsinnigniveauvoller Mundart-Comedy. Inhaltlich geht Chako konsequent seinen Weg weiter, indem er die Provence seiner pfälzischen High-mat zum Zerrspiegel und Kontrastprogramm für die große weite Welt der Politik und des Alltagswahnsinns macht.

Denn:
Ein Blick ins Dubbeglas sagt oft mehr als alle Nachrichten. Ein Schluck daraus gibt tiefere Einblicke als alle heiligen Schriften. Und wenn das Glas geleert ist, öffnet sich das Universum...

Mit Rieslingschorle zur Erleuchtung

Nach mehr als 20 Jahren im Humor-Geschäft muss Chako niemandem mehr etwas beweisen. Umso entspannter und lustiger wird es, wenn er sich als de Weeschwie’sch- MÄN auf die Suche nach Antworten auf die großen Rätsel des Universums macht: Meditation oder Religion, Yoga oder Zumba, Superfood oder Kaffeepads, Reiki oder Raki, Schorle oder pur. Viele neue Figuren erleben dabei ihren Auftritt: Prediger, Urlauber, Meditations-Lehrer, Motzer, Integrationsbeauftragte. Aber natürlich wird auch diesmal Chakos Alter Ego mit seinem Frieher hot’s des net gewwe nicht fehlen.

Auch als de Weeschwie’sch-MÄN lauscht Chako seiner Sprache Laute, Geheimnisse und Bedeutungen ab, die sonst keiner darin vermutet hätte. Dabei gibt er Antworten auf unangenehme Fragen wie z.B. ,warum die Pfalz die höchste Dichte von peinlichen Prominenten aufweist‘, ,warum der Ludwigshafener Tatort Teil einer Anti-Pfälzer-Welt- Verschwörung sein muss‘ oder ‚warum Satire für vegetarische Comedyanten lebensgefährlich sein kann‘. Das Publikum kann sich also auch bei Chakos neuem Programm, bei dem Bettina Habekost erneut Regie führt, auf ein heftiges Wortgewitter als dialektales Gesamtkunstwerk freuen!

Ein Comedian ohne Mittelfinger, ein Kabarettist ohne Zeigefinger, ein MundArtist mit Musik in der Gosch

Christian CHAKO Habekost ist in der Kurpfalz geboren und in der Pfalz zu Hause. Er lebt zwischen Rhein und Wein, Eingeborenen und Touristen, Schoppen und Spätlesen in Bad Dürkheim. Seit 1996 rockt der Pfälzer MundArtist die Bühnen vun hiwwe bis driwwe, wo er zuletzt von mehr als 50.000 Zuschauern mit seinem Erfolgsprogramm Der Palatinator gefeiert wurde. Den Grundstein für seinen charakterisierenden Stilmix aus Sprach-Akrobatik, Brain-Comedy und karibischem-kur/pfälzischem Groove legte er mit seinem ersten Solo- Programm De MundArtischt. Zu weiteren Programm-Highlights seiner Karriere gehören das Best-Of-Programm HabeKostbarkeiten – ’s Beschde vum Beschde, die umjubelte Weihnachtstrilogie Schäni B’scherung I und II mit Dinner for One uff pälzisch und (F)Rohe Woinacht, sowie die Programme De Lokalpatri(di)ot und MundARTacke. Zudem ist Chako auch als Autor tätig und veröffentlichte zuletzt gemeinsam mit seiner Ehefrau Britta Habekost den Krimi Elwenfels. Eine Fortsetzung des Buches folgt in Kürze.

Nun präsentiert der Vollblut-Entertainer aus Bad Dürkheim sein lang erwartetes, neues Programm de Weeschwie’sch-MÄN, das am 13. Oktober 2016 im Mannheimer Capitol Premiere feiert – gefolgt von einer ausgedehnten Tour.
Gerhard Polt & Wellbrüder
Es wird eine der immer selteneren Gastspiele sein, die man mit der absoluten Legende des bairischen Kabaretts erleben darf. Es wird ein unvergesslicher Abend werden mit Polt, dem grantigen Moralisten. Und mit den 3 Well-Brüdern, seinem Begleittrio. Wenn die Vier auf der großen Bühne stehen und kräftig poltern & blosn - das ist die absolute kabarettistische Steigerung!
Wahnsinn. Dort, wo Gerhard Polt und das bajuwarische Trio Michael und Christoph ("Stofferl") Well zusammen mit ihrem Bruder Karl ("Karli") auftreten, ist der Ausnahmezustand angesagt. Im Zusammenspiel von Gerhard Polt & den Wellbrüdern wird ein unterhaltsamer „Bairischer Abend“ der besonderen Art kreiert, fernab von weiß-blauer Weißwurstidylle und Bierseligkeit. Noch immer schafft es kein anderer deutscher Kabarettist, mit so leichter Hand eine dem echten Leben abgeguckte Bühnenfigur zur Demaskierung von bürgerlicher Pseudo-Idylle einzusetzen. Der Menschenkenner Polt bespiegelt die Abgründe des „Bayern an sich“, ohne ihn dem unreflektierten Gelächter des homo googleensis preiszugeben - hintergründig und scharfzüngig. Die Wellbrüder liefern den Soundtrack zum Panoptikum Bavaricum. Karli, Michael & Stofferl Well nehmen dabei in bewährter Biermösl-Tradition das politische Geschehen Bayerns und dem Rest der Welt aufs Korn. Unter Zuhilfenahme unzähliger Instrumente wird gespiegelt, ausgewrungen, geschuhplattelt, gejodelt und gestanzelt. Sie decken Heimatverbrechen aller Art auf und blasen denen „da oben“ gehörig den Marsch. Die Wells singen, tanzen, präsentieren den Riverdance, und der Karli zeigt, dass auch ein gwamperter Mann den Bauchtanz leichtfüßig beherrscht. Sie sind Tausendsassas, ohne dabei die „da unten“ zu verschonen. Gerhard Polt und die drei Wellbrüder machen jeden ihrer mittlerweile raren Auftritte zu einem Mordsgaudium für das Publikum und für sich selbst. Weil, bis man schaut, ist die Maß ausgetrunken, der Radi gegessen, die Geschichte erzählt, der Jodler vorbei und der ganze Tanz zu Ende! Fürs Publikum orakelt der Gerhard jetzt schon frei nach Karl Valentin: "Hoffentlich wird es nicht so schlimm, wie es schon ist”.
Christian Ehring: Keine weiteren Fragen
Christian Ehring hat ein nostalgisches Faible für aussterbende Medien, weswegen er regelmäßig im Fernsehen auftritt. Eingeweihte kennen ihn als Moderator der NDR-Satiresendung Extra3 und als Sidekick von Oliver Welke in der ZDF Heute Show. Was viele nicht wissen: Schon weitaus länger kultiviert er seine Liebe zur Bühne, jenem fabelhaft antiquierten Kommunikationsmittel in analogem HD.

„Keine weiteren Fragen“ ist ein assoziativer Monolog voller Gegenwartsfuror und mit Gesang, ein aktueller Lagebericht aus dem Komfortzonenrandgebiet.

Uns Deutschen geht es scheinbar gut. Die Wirtschaft brummt, der Export bricht alle Rekorde. Wir sagen anderen, wo es langgeht, und selbst Angela Merkel hat keine natürlichen Feinde mehr. Und doch schleicht sich selbst bei den hartgesottensten Hochleistungs-Verdrängern das Gefühl ein: So wird’s nicht weitergehen. Die Klimakatastrophe steht vor der Tür, der Islamische Staat womöglich bald schon in Lüdenscheid, Europa bricht auseinander, Millionen Menschen sind auf der Flucht und lassen sich auch von Horst Seehofer nicht mehr abschrecken.

Die Einschläge kommen näher. Sind das beherrschbare Krisen oder schon schwere Ausnahmefehler? Reicht der Einkauf im Bioladen noch aus als moralischer Ablassbrief? Ist der Satz: „Ja, schlimm“ wirklich eine adäquate Reaktion auf die Katastrophen unserer Zeit? Sollte man derartige Fragen überhaupt stellen, wo doch das Haus noch nicht abbezahlt, und die Yogalehrer-Ausbildung noch nicht ganz abgeschlossen ist? Besser nicht. Sonst steht plötzlich der Zweifel da. Steht in der frisch renovierten Wohnküche, mixt sich einen Smoothie und will einfach nicht mehr gehen.

Preise: Sprungbrett (Förderpreis des Handelsblatts) 2004 / Westspitzen-Preis 2004 (Sparte Kabarett) / Rostocker Koggenzieher 2005 / Leipziger Löwenzahn (Ensemble des Kom(m)ödchens) 2009 / Deutscher Comedypreis 2009 (für die heute Show) 2009 / Adolf-Grimme-Preis 2010 (für die heute Show) 2009 / Monica-Bleibtreu-Preis (Ensemble des Kom(m)ödchens) 2012
Jürgen B. Hausmann: Wie jeht et? Et jeht!
Unverzichtbare Alltagsweisheiten – damit trumpft Jürgen B. Hausmann in seinem aktuellen Programm „Wie jeht et?“ – „Et jeht!“ auf. Darin unterhält er wieder mit wunderbarem „Kabarett direkt von vor der Haustür“, wirft seinen liebevoll-komödiantischen Blick in Küchen, Vereinsheime und Musiktruhen und knöpft sich all die beliebten Sprüche, Floskeln und Lebensweisheiten vor, die zu jedem gepflegten Gespräch zwischen Tür und Angel, über den Gartenzaun oder an der Käsetheke gehören.

So banal solche Sprüche auch klingen mögen, enthalten sie doch oft erstaunlich tiefsinnige Erkenntnisse, davon ist der Kabarettist überzeugt. „Heut und morjen noch, dann hammer widder übermorjen!“, enthülle dem Rheinländer etwa das schier unergründliche Rätsel der Zeit, so Jürgen B. Hausmann. Die Gewissheit, „dat man de Leute nur vor d’r Kopp kuckt“, habe schon manche Ehe gerettet. Und im ehemaligen Lehrer Hausmann ließ sie zumindest die Hoffnung keimen, dass sich in den Köpfen der heutigen Schüler mehr befindet, als manches Schulhofgespräch vermuten lässt. Hausmann, der 2014 seinen 50. Geburtstag feiert, schwelgt mit dem Publikum auch gerne in Erinnerungen an die gute alte Zeit, als man es sich in der Küche noch auf der Eckbank „jemütlich“ machte und die TV-Welt noch heil war – außer natürlich in Dallas, Denver und in der Schwarzwaldklinik. Und schon sind wir mittendrin in einer seiner herrlich überdrehten Bühnennummern: Professor Brinkmann, der Mon Chéri der Medizin, eilt zwischen Schwarzwälder Kirsch und Kirschwasser zum nächsten Notfall ... Ob Fernsehabend, Schlagerparty oder Hausputz – Hausmann gelingt es, die Komik des Alltags einzufangen. Gerade darin liegt die große Stärke von Jürgen B. Hausmann. Denn dank seiner ausgezeichneten Beobachtungsgabe und seines Gespürs für Komik verwandelt der Kabarettist alltägliche Situationen und Menschen wie Du und ich in treffsichere, amüsante Geschichten und echte Originale. Oder verpackt sie in seine herrlichen Gesangsnummern, bei denen ihn sein langjähriger musikalischer Partner Harald Claßen unterstützt.

Jürgen B. Hausmann ist eigentlich drei Personen: Seine Schüler kennen ihn unter seinem richtigen Namen „Jürgen Beckers“ als Lehrer für Griechisch, Geschichte und Latein. Die Karnevalisten lieben ihn als „Ne Hausmann“, egal ob im Saal auf den Sitzungen der großen rheinischen Karnevalsvereine oder im Fernsehen bei „Karneval in Köln“ oder „Düsseldorf Helau“. Und als Kabarettist ist er unter dem Pseudonym „Jürgen B. Hausmann“ längst eine feste Größe auf den Bühnen und im TV.

Auf sein letztes Programm „Isch glaub’ et Disch!“ reagierte das Publikum so begeistert, dass der Kabarettist seine Tournee kurzerhand um ein Jahr verlängerte und der WDR das Programm bereits mehrmals ausstrahlte. Selbst 3sat zeigte „Isch glaub’ et Disch!“ mit großem Erfolg. Auch sein Weihnachtsspecial 2013 „D’r Baum fängt am Nadeln“ war innerhalb kürzester Zeit komplett ausverkauft und verkürzte den WDR-Zuschauern im vergangenen Jahr das Warten auf Heiligabend.

Überhaupt ist der gebürtige Alsdorfer im TV ein gern gesehener Gast, egal, ob bei „Blötschkopp und die Rampensäue“, bei „Stratmanns“ an der Theke oder in der „Zimmer frei“-WG von Götz Alsmann und Christine Westermann, die er auch nach seiner ersten Einladung immer wieder als Gastcomedian besucht. Anlässlich seines 50. Geburtstags widmet ihm das WDR-Fernsehen sogar ein eigenes Portrait: „Jürgen Karl Beckers genannt Hausmann“.

Urban Priol: TILT - Der Jahresrückblick 2017
Urban Priol
Jahresrückblick Tilt!



Die Temperaturen liegen gefühlt im zweistelligen Plusbereich, ältere Damen schlürfen im T-Shirt ihr Eis und Schnee scheint ein weit in der Zukunft liegendes Ereignis zu sein – es ist schon wieder November im sich stets erwärmenden Klima und damit Zeit, auf das vergangene Jahr zurückzublicken. Mit wem könnte das mehr Spaß machen als mit dem Urvogel des satirischen Jahresrückblicks, Urban Priol?

Lustvoll seziert er die gesellschaftspolitischen Ereignisse des vergangenen Jahres, stellt wahnwitzige Verknüpfungen her und deckt verblüffende Hintergründe auf. Da werden die Winkelzüge der Mächtigen und Reichen entlarvt und so manch doppelzüngige Scheinheiligkeit aufgedeckt. Gleichgültig ob er über die Innen- oder Außenpolitik sinniert, mit seinem Fußballclub fiebert oder sich kopfschüttelnd über die Auswüchse des Kapitalismus wundert – kaum ein relevantes Thema des vergangenen Jahres bleibt unberührt. Unterstrichen werden die rasanten sprachgewaltigen Ausführungen durch sein ausgeprägtes schauspielerisches und parodistisches Können, denn seit seiner Studienzeit frönt Urban Priol der Lust am Theaterspiel (der sorgfältig eingerichtete Ordner mit dem Arbeitstitel „Magisterarbeit“ hingegen blieb bis auf ein Register zeitlebens leer). Die Ansprüche ans Publikum sind bei diesem Programm nicht gering: auch wenn er sich den einen oder anderen Kalauer erlaubt („Ich spiele nicht fürs Föjetong!“), schadet es nicht, politisch auf dem Laufenden zu sein, um sich die oftmals subtilen Anspielungen des Spötters nicht entgehen zu lassen.

Aber auch der Kabarettist selbst, der vor grandiosen Einfällen und Pointen fast übersprudelt und auch zu aktuellen Themen stets etwas zu sagen hat, steht vor einer gewaltigen Aufgabe: So sieht sich der agile Wirbelwind in einem steten Wettlauf mit der Zeit, die ihm mit einem einzigen Abend doch arg eng bemessen vorkommt. Ein Jahr in einem Abend, ja, zefix!

Priols 2015 12. 0 – irre, witzig, gnadenlos. Und so verlassen die Zuschauer bestens unterhalten nach zweieinhalb Stunden sein Programm mit dem Gefühl, die Zeit sei so vergangen, wie das verblichene Jahr – viel zu schnell. Auf ein Neues!

„Ein Kabarett-Anarcho im kontrollierten Rauschzustand. Er schreit und schrillt, bayert und hesselt. Urban Priol geht der Stoff nie aus.“ Neue Westfälische


„Ein Feuerwerk des Nicht-nur-Polit-Kabaretts.“ Main-Post

„Er rappelt kräftig an dem, was das letzte Jahr so gebracht hat. Affären und Skandale vor allem geben genügend Stoff dem hundsgemeinen Spötter. Das passiert mit größtem Sinn für die Wirksamkeit der Pointen und Sprachästhetik, mit Spaß am Wortklang und dem Vielsinn. Ein Kabarettist von was für einem Format.“ Bonner Rundschau
Heinrich del Core: Ganz arg wichtig
Mit dem schwäbischen Charme eines echten Halbitalieners beschreibt Heinrich del Core in seinem neuen Programm „Ganz arg wichtig!“ die alltäglichen Kuriositäten detailgetreu und so plastisch, dass man glaubt selbst dabei gewesen zu sein. Hinreißend komisch und voller Selbstironie trifft der Italo-Schwabe zielsicher den Geschmack des Publikums und zieht es in den Bann seiner eigentlich normalen alltäglichen Geschichten, die erst durch seine witzige Schilderung zu kuriosen, teils absurden Begebenheiten werden und dem Publikum den alltäglichen Irrsinn mal lauthals lachend, mal schmunzelnd vor Augen führen. Ein unvergleichlicher Mix aus Situationskomik, Charisma und Sprachwitz. Mit Heinrich Del Core treffen sich Italien, Deutschland, Comedy und Kabarett.

Vor unserem geistigen Auge lässt der halbe Restitaliener die Hosen runter im Kampf mit einem angeblich innovativen Dusch-WC, gewährt uns Einblicke in die plötzlich skurril wirkende Abiturzeitschrift seiner Tochter, und nimmt uns mit bei dem kläglich scheiternden Versuch, männlich emanzipiert mit seiner Frau essen zu gehen. Vor ihm sind weder moderne Medien wie Facebook sicher, noch Männer ab 50 auf E-Bikes. Denn eins ist Heinrich del Core „Ganz arg wichtig!“: Mit wahren Begebenheiten des Alltags sein Publikum einen ganzen Abend lang bestens zu unterhalten! Der zahlreich preisgekrönte (siehe unten) Kabarettist und Comedian überzeugt mit seinem neuen sehr kurzweiligen und pointenreichen Programm und schafft eine einzigartige Verbindung zum Publikum – und das ist ihm „Ganz arg wichtig!“

PS: „Ganz arg wichtig!“ : Seine knallroten Schuhe!

Heinrich Del Core wurde 1961 als Sohn eines italienischen Gastarbeiters in Rottweil geboren. Nach der mittleren Reife entschloss er sich zunächst für eine Zahntechnikerlehre. Erst sehr spät, nämlich 1995 begann er sich mit der Comedy-Zauberei zu beschäftigen. Aus der Comedy-Zauberei wurde Standup Comedy und Kabarett. Er beendete im Jahre 2000 seinen Beruf als Zahntechniker und ist seitdem erfolgreich als Comedian und Kabarettist auf Deutschlands Bühnen ebenso unterwegs, wie Gast in zahlreichen TV-Sendungen.

Auszeichnungen und Preise:

2016 Finale Hamburger Comedy Pokal
2015 Gewinner Publikumspreis "Die scharfe Barte 2015" von Melsungen
2015 Gewinner Publikumspreis
2015 Der s'Spezialist Hannover DESIMOs Spezial Club
2015 Gewinner Ostfriesischer Kleinkunstpreis
2014 Gewinner Kabarettpreis Rahdener Spargel 2014
2012 Gewinner Paulaner Solo 2012 und Publikumspreis
2012 Gewinner Tuttlinger Krähe 2012 und Publikumspreis
2010 Sieger Kleinkunstpreis Datteln
2007 Nominiert Deutsches Kleinkunstfestival Berlin Wühlmäuse
2007 nominiert Tegtmeier‘s Erben 2007
2006 Sieger Sprungfeder Olten (Schweiz)
2005 Baden-Württembergischer Kleinkunstpreis