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Martin Luther - Mein Mann

Ein Monolog Von Katharina von Bora in Erinnerung an Martin Luther
in einem szenischen Spiel mit Friederike Ziegler

In diesem exklusiv für die Schauspielerin Friederike Ziegler geschriebenen Monolog erinnert sich Luthers Witwe Katharina von Bora an ihr Leben mit dem Reformator und vermittelt so ein sehr privates Bild des Theologen Martin Luther.

Anlass für den Monolog ist der Besuch Anna von Warbecks bei ihrer zukünftigen Schwiegermutter, die auf ihrer Flucht vor der Pest nach Torgau mit einer Pferdekutsche sehr schwer verunglückt ist und als ehemalige Nonne in der Klosterapotheke weiß, dass sie nicht mehr gesund werden wird. Anna ist die Verlobte von Luthers Sohn Paul, der nach seinem Medizinstudium zum kurfürstlich-sächsischen Leibarzt aufgestiegen ist.

Zu Beginn des Monologs erzählt Katharina vom Gegensatz ihres Mannes: Seine Unerschrockenheit vor Kaiser und Papst einerseits, andererseits die ganz private Schüchternheit ihres berühmten Mannes vor ihr und berichtet, dass sie Luther eines Nachts beim heimliches Essen in der Speisekammer überraschte. Sie erinnert sich, wie lange es gedauert hat, bis Luther sie vor den Altar führte, obwohl sie in den ersten Monaten nach ihrer Flucht aus dem Kloster zu den begehrten Frauen in Wittenberg gehörte. Der junge Hieronymus Baumgärtner aus Nürnberg war in sie verliebt, sogar der im Exil lebende Dänenkönig Christian, aber Katharina wollte nur Martin Luther, der jedoch unsagbare Angst vor einer Hochzeit hatte, denn letztendlich waren sie ein entlaufener Mönch und eine geflüchtete Nonne.

Sie erinnert sich, dass Melanchton heftig gegen die Hochzeit gewettert hat, dabei war der fließend Griechisch, Latein und Hebräisch sprechende Luthers stark vermisste Hilfe bei der „Verdolmetschung“ der Bibel, die er als „Schutzhäftling“ Ritter Jörg auf der Wartburg vollbracht hatte. Sie erinnert sich an Luthers Verdammung des Wittenberger Bildersturms unter Führung seines Weggefährten Karlstadt und das Entsetzen des Reformators über seinen Freund Thomas Müntzer, der die Bauern aufgestachelt hatte, sich gegen ihre Obrigkeit zu erheben und gerechter Weise von den Fürsten hart gerichtet wurden, denn in Luthers Augen ist jede Obrigkeit von Gott gesetzt. Seine Hand gegen einen Fürsten zu führen, wäre ein Aufbegehren gegen Gott selbst, der diese Ordnung ja „gesetzt“ hat. Ein bisschen stur war Luther schon immer, weiß Katharina aus ganz persönlicher Erfahrung zu berichten, weshalb er auch die Ansichten der anderen Reformatoren Zwingli und Calvin nicht anerkannte. Erst durch deren Betreiben wurde die Kirchenspaltung hervorgerufen, die Luther immer vermeiden wollte. Er war kränklich und immer ein bisschen „ungenießbar“, aber stets harmoniesüchtig, weshalb er sich auch um jeden Preis mit seinem Vater Hans Ludder versöhnt hat und trotz eigener Gebrechen zur Versöhnung der streitenden Grafen Mansfeld nach Eisleben, wo er „Frieden stiftend“ starb.

Selbstverständlich werden in dem Monolog Katharina von Boras nicht alle Facetten Luthers erfasst und dargestellt, aber er vermittelt ein geschlossenes Bild über Leistung und Grenzen des Reformators, gut verständlich natürlich, aber ohne den oft belehrenden Ton der Wissenschaftler, so dass zur Kenntniserweiterung der Zuschauer auch der Genuss an den schauspielerischen Fähigkeiten Friederike Zieglers kommen wird.

Friederike Ziegler ist in Berlin geborgen und aufgewachsen. Sie studierte Schauspiel an der Hochschule für Musik und Theater "Felix-Mendelssohn-Bartholdy" in Leipzig und begab sich nach ihrem Diplom auf die Reise durch die deutschsprachigen Theater: das Neue Theater Halle, Theater der Jugend Wien, Landestheater Detmold, Theater Greifswald und das Theater der Altmark Stendal.
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