The Rapparees - Tickets

The Rapparees Tickets
25. Oktober 2017 - 9. November 2017
Diese fünf baumlangen Burschen stehen mit den Beinen voll im Hier und Jetzt. Das gibt den Rapparees ihre erdige Schwerkraft bzw. Glaubwürdigkeit. Sie reißen das Publikum aus den Sitzen und erden es zugleich. Jeder spürt, dass alles, was zwar brodelnd daher kommt und Glücksgefühle auslöst, lange gereift ist und Tiefgang hat. Ihre Art auf-zuspielen wird in Irland als „rough and ready“ beschrie-ben. Das spricht einfach für sich und bedarf keiner weite-ren Übersetzung. Die Band spielt so ziemlich alles an Instrumenten, die einen typisch iri-schen Sound aus-machen wie Banjo, Fiddle, Bodhrán, Bouzouki, Whistle und Gitarren. Für die rockige Note sorgen E-Bass und Schlagzeug.

Das Quintett lebt in einem der unterprivilegierten Arbeiterviertel Belfasts, wohin sich weder der Irlandtourist noch ausländische Bands verirren, für die es zur Mode geworden ist die Pogues und die Dubliners zu covern. The Rapparees sind mit einem herzlich rauen Umgangston groß geworden und wenn sie ihre Songs ansagen, schwingt immer etwas davon charmant mit. Die Menschen im Kiez haben ein Rückgrat, Selbstbewusstsein und sind stolz auf ihre Subkultur. So auch die Rapparees. Worauf kann man stolz sein? Auf die Balladen, also das Liedgut der irischen Arbeiterklasse, die „Murriels“ – große Wandgemälde oft mit einem politischen Unterton, die Sportvereine und Pubs, in denen die Menschen gut sozialisiert sind.

Wenn eine Band das Zeug dazu hat, der irischen Bal-lade zu einem Revival zu verhelfen, dann sind es die Rapparees! Die Dubliners mit ihrem traditionellen Stil und die Pogues mit ihrer punkigen Variante haben die Wahrnehmung der irischen Ballade in den letzten Jahr-zehnten geprägt. Mit einem Touch von Weltmusik be-schreitet das Quintett einen neuen und erfrischenden Weg. Ja, sie schreiben auch ihre eigenen Balladen, die das Zeug haben zu Klassikern zu werden. Die Rap-parees verstehen es, unbändige Energie mit einer ebenbürtigen Portion an Finesse und handwerklicher Brillanz zu paaren.

Das wird auch von den Medien so gesehen. So schwärmt z.B. die Weltmusikzeitschrift Folker: “Eine Wucht ist diese Band, musikalisch vielseitig und unter-haltsam.“ Sogar das Feuilleton der FAZ bescheinigt der Band eine enorme Büh-nenpräsenz!

Wegelagerer und Gesetzeslose wer-den in Irland Rap-parees genannt. Die Bezeichnung hat auf jeden Fall eine posi-tive Note, denn ge-meint sind Gesellen à la Robin Hood, die es den Reichen nehmen und den Armen geben. Aber erst, nachdem sie einen erheblichen Teil der Beute ver-spielt und vertrunken haben. Dass die Rapparees etwas richtig machen, sieht man an der Beschwerde eines pro-testantischen Abgeordneten: Dieser forderte die BBC schriftlich auf, einen Song der Band aus dem Programm zu nehmen, weil dieser aufrührerisch und antibritisch sei…

Die „Tribute to the Dubliners Tour“ wird dieses rebel-lische Gefühl vermitteln aber auch den Respekt gegen-über den Altmeistern der irischen Ballade. Respekt be-deutet im Klartext: Die besten Balladen der Altmeister ohne das sonst übliche pubertierende Brimborium er-klingen zu lassen. Zu lange wurden diese Songs auf Ballermann Niveau erniedrigt. Die Jungs aus Belfast nehmen sie den „Pogues von überall“ weg und geben sie uns einen Abend lang „rough and ready“ wieder zu-rück. Dazu kommen Ansagen, die die Songs in den da-maligen Zeitgeist einordnen und auch weniger bekannte Hintergründe über die Dubliners liefern. Mit „Clarity“, „Wired“ und „Re:Session“ hat die Band bis-her drei Alben veröffentlicht.

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